Der Begriff Achtsamkeit ist heutzutage in aller Munde. Dabei wird er nicht mehr nur von Yogis verwendet, sondern gewinnt auch beim Ottonormalbürger immer mehr an Bedeutung. Kein Wunder – in der heutigen Leistungsgesellschaft, die von ständiger Erreichbarkeit, hohen Anforderungen und immer kürzer werdenden Deadlines geprägt ist, ist Stress unser ständiger Begleiter. Wer kennt es nicht? Für ein gemütliches Frühstück bleibt keine Zeit, das belegte Brötchen wird vor dem Laptop genossen, während die Termine und Aufgaben des Tages gecheckt und erste Mails beantwortet werden. Ein Meeting jagt das nächste, lediglich von wichtigen Telefonaten, kurzzeitigen Projektänderungen und Slack-Nachrichten der Kollegen unterbrochen. Wenn für die Mittagspause Zeit ist, huschen wir zum Bäcker nebenan oder lassen uns eine Pizza liefern, die ebenfalls vor dem Monitor reingeschlungen wird, damit wir uns schnell wieder in die Arbeit stürzen können. Überstunden sind für uns so normal geworden wie das Zähneputzen am Morgen, und so kommen wir oftmals entkräftet und spätnachts nach Hause, um todmüde ins Bett zu fallen. Die Folge: Angeschlagenheit, Stress, Reizbarkeit, vielleicht sogar Krankheit und Fehltage. Doch das geht auch anders.

Immer mehr Menschen erkennen die Vorteile von Achtsamkeit im Alltag und bemühen sich, bewusste Momente der Ruhe und Entspannung in ihre Routine einzubauen. Das geht nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch am Arbeitsplatz. Bereits kleine Veränderungen können Wunder bewirken, weil sie Stress lindern und Anspannungen lösen können. Da das am Anfang jedoch nicht immer leicht fällt, habe ich heute fünf Tipps für dich, wie du dir bewusst Zeit in deiner Mittagspause nehmen kannst, um Momente der Achtsamkeit für dich zu genießen. 

1. Raus an die frische Luft

Ein kleiner Tapetenwechsel in der Mittagspause ist Gold wert. Er bringt dich visuell und gedanklich fort vom Arbeitstrubel und lenkt deine Aufmerksamkeit auf Geschehnisse außerhalb des Büros. Vielleicht merkst du sogar, dass es dir anfangs schwerfällt, außerhalb des Arbeitsplatzes an etwas Anderes zu denken. Versuche, deine Aufmerksamkeit bewusst auf die Farben, Geräusche und Menschen um dich herum zu richten.

Nimm ein paar tiefe Atemzüge und spüre, wie die kühle Luft deinen Kopf klarer werden lässt.

Versuche, dir täglich Zeit für eine kurze Sauerstoffdusche zu nehmen, egal ob Schietwetter oder nicht. Und am besten, du bewegst dich noch ein bisschen dazu. Besonders an der frischen Luft wird dadurch die Durchblutung der Lunge gefördert, was die Konzentration der Entzündungsmarker in deinem Körper senkt. Bewegung im Freien kann also deine Abwehrmechanismen stärken und dein Immunsystem trainieren.

2. Tob dich aus

Gut, dass du in der Mittagspause keinen 10km-Lauf wuppst oder eine Runde im Fitness-Studio trainierst, ist klar. Dennoch – Bewegung regt die Blutzirkulation an, löst Muskelverspannungen und bringt den Kreislauf in Schwung. Gerade, wenn du viel am Computer sitzt, ist Bewegung das A und O für dich und deinen Körper. Dabei ist es ganz dir überlassen, ob du lieber eine Runde spazieren gehst, ein paar Dehnübungen oder vielleicht direkt eine kleine Yoga-Stunde machst. Manche Unternehmen bieten sowas mittlerweile sogar für ihre Angestellten an. Immer mehr Yoga-Studios spezialisieren sich aufs sogenannte Business-Yoga und lockern damit die gestressten Angestellten in ihrer Mittagszeit auf. 

In Hamburg gibt es gleich mehrere Anlaufstellen:

MOVE – Zentrum für Physiotherapie und Prävention in der Hamburger Innenstadt

HONGKONG STUDIOS in der Hafencity

Studio YOGAmoves in Altona

3. Nimm dir bewusst Zeit für deinen Lunch

Auch wenn es verlockend ist, dich mit Sushi oder Salat vom Lieferanten vor deinen Laptop zu klemmen, um das Projekt sogar noch vor der Deadline fertig zu kriegen – achtsam ist das nicht. Wann hast du dir das letzte Mal bewusst Zeit für dein Mittagessen genommen? Egal, ob du mit LunchNow.com einen Mittagstisch in deiner Nähe suchst oder die mitgebrachten Nudeln isst, versuche dein Mittagessen zu einer bewussten Handlung zu machen – fernab von Laptop oder Smartphone. Erlaube dir diese bewusste Auszeit und genieße den Geschmack deines Mittagessens. 

4. Klönschnack mit den Kollegen

Klar ist Slack an sich eine ganz wunderbare Erfindung, die die Büro-Kommunikation im digitalen Zeitalter wahnsinnig vereinfacht und unseren Workflow beschleunigt. Wer hätte schon Lust, die Google-Drive-URL einmal quer durchs Büro zu rufen und dabei böse Blicke der Kollegen zu ernten? Niemand. Das Problem ist, dass wir uns so sehr an die digitale Kommunikation gewöhnt haben, dass wir immer seltener „normal“ miteinander sprechen. Unser Appell für dich: Schnapp dir deine Kollegen bei deiner achtsamen Mittagspause und setz dich im real life mit ihnen auseinander. Ganz analog und echt. Du wirst staunen, was für lustige Anekdoten sie von ihrem Hund, der letzten Kinderparty oder dem Wochenendtrip nach Kopenhagen in petto haben. 

5. Atemübungen

Unser Atem ist unser ständiger Begleiter. Ein ganz natürliches Phänomen, das wir mittlerweile aber überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Bewusste Atemübungen können helfen, dich wieder mit deinem Körper zu verbinden und eine Einheit mit ihm zu werden. Dafür musst du keine Meditations-App verwenden oder im Schneidersitz sitzen. Es reicht bereits, dich bewusst aufzurichten und aktiv zu sitzen. Versuche dann, deinen Fokus auf deinen Atem zu richten. Da das anfangs etwas schwerfällt, kannst du versuchen, beim Ein- und Ausatmen bewusst zu zählen. Wenn du magst, kannst du auch eine Pause dazwischen einlegen und den Atem halten. Vor allem Stresssituationen im Beruf wirken sich auf unsere Atmung aus. Sie wird flacher und hektischer. Wenn du lernst, dich in deiner Mittagspause auf deinen Atem zu fokussieren und ihn aktiv und ruhig zu beobachten, kannst du diese Technik auch in stressigen Momenten anwenden und damit zurück zu deiner Mitte finden.

Egal, ob du nun alle Tipps beherzigen magst oder nur einen – unsere Zeit ist wohl das kostbarste Gut dieser Welt. Und doch behandeln wir die Zeit, die wir haben, nicht mit der gebührenden Wertschätzung. Vor allem bei der Arbeit vergessen wir, uns aktiv Zeit für uns zu nehmen. Versuche also diese Woche, wieder mehr an dich zu denken und auf deinen Körper zu hören.

Nimm dir deine Mittagspause und die Zeit, die du verdienst. 

Franziska Block
Author

Franzi ist unser Kreativkopf, wenn es um geschriebene Kunst geht. Egal ob Blogbeiträge, Newsletter oder Werbetexte - sie haucht den Wörtern Leben ein und begleitet euch schriftlich durch die Lunchwelt.